Rückbau Indestraße

Was ist nur mit der Eschweiler Kommunalpolitik los. Unsere Stadt taumelt von Wahnsinn zu Wahnsinn. Gerade erst vollkommen überfordert mit dem Rathaus-Quartier, beschließt der Planungs-, Umwelt- und Bauausschuss nun die nächste Katastrophe und plant ernsthaft den Rückbau der Indestraße in eine zweispurige Großbaustelle.

Ein unsinniger umweltpolitischer Aktionismus (oder besser gesagt: Zirkus), der in keinster Weise den realen verkehrspolitischen Status Quo berücksichtigt. Und so sehen es Gottseidank auch die Bürger. In einer zuletzt durchgeführten Facebook-Umfrage der Aachener Nachrichten (1834 Befragte) entschieden sich über 80 Prozent gegen einen Rückbau. Dem Stadtrat ist das egal, er startete seine eigene „Umfrage“, an der sage und schreibe 43 (!) Leute teilnahmen, und rühmt sich fortan einer „breiten“ Zustimmung. Die weltfremde Politik der Herren Gödde & Co. ist uns mittlerweile ja bestens bekannt.

Eschweiler braucht die vierspurige Indestraße existenziell, und verfügt auch nicht über eine Umgehungsstrategie wie Stolberg. Wie sollen wir denn durch unsere Stadt kommen? Wie oft werden Staus auf der angrenzenden A4 durch eine Durchfahrt kompensiert? Dies kommt manchmal wöchentlich vor.

Stockender Verkehr, ständiges Anfahren und Abbremsen, Einwohner, die auf Schleichwege ausweichen, was soll das? Die Zulieferung für Geschäfte, ein bewährter, reibungsloser Ablauf, das alles wird zukünftig problematisch. Eine intensivere Begrünung und Fahrradwege sind lobenswerte Ideen, lassen sich aber auch bei einem vierspurigen Verbleib umsetzen, und wären deutlich billiger zu realisieren.

Wir fordern in jedem Fall den Start einer ausgiebigen Testphase. Durch das temporäre Absperren jeweils einer Spur kann und muss der Verkehrsfluss analysiert werden. Dann wird sich schnell zeigen, wie diese Kopfgeburt in der Praxis bestehen kann. Es wäre auch ein Zeichen, die Öffentlichkeit an Entscheidungen zu beteiligen.

Die Schaffung einer breiten Indestraße in den Siebzigern war einmal Aushängeschild einer progressiven, modern angelegten Stadt. Und nun, in einer Zeit der stetigen Verkehrsexpansion, will man wieder zurück zu Chaos, Stau und Abgasbelastung?

Übrigens interessant: die Stadt vergibt die Planung natürlich wieder an das Aachener Planungsbüro MWM, das auch schon am Rathaus-Quartier beteiligt ist.

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